Eine Kurfürstin stellt sich vor

Autor*innen: Stefanie Kemper

Hach ist das alles aufregend. Mein erster Blogbeitrag auf einer Internetseite. Aber nun ja, wem sollte diese Ehre schon zukommen, wenn nicht mir, der Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz. Meinen Schwestern vielleicht? Nein, meine jüngste Schwester Maria Franziska Dorothea lebt zurzeit zurückgezogen in einem Kloster. Die zweitälteste Maria Anna Josepha lässt es an dem mir gebührenden Respekt mangeln. Immer dieser vertraute Umgangston, dabei bin ich doch ihre Kurfürstin! Also liebe Leser: innen, bin ich hocherfreut, euch hier begrüßen zu dürfen. Scheut euch nicht, eigene Beiträge zu verfassen und Kommentare zu hinterlassen. Jede Art der Kontaktaufnahme ist von mir gestattet.

SSPB

Aber zurück zu mir. Es ist natürlich völlig unverständlich, dass jemand mich, die pfälzische Kurfürstin nicht kennt, aber dennoch, hier eine kleine Zusammenfassung meiner Kindheit.

Erstes Kennenlernen meines zukünftigen Ehemanns

Wisst ihr, als ich am 17. Januar 1721 als Prinzessin in Mannheim geboren wurde, hatte ich natürlich keine Ahnung, dass ich mal eine Kurfürstin sein würde. Erst als mein Cousin Carl Theodor, der Erbe des Titels, an unseren Hof kam, wurde mir bewusst, dass dies mein zukünftiger Ehemann sein würde. Ja, ich weiß, seinen Cousin zu heiraten klingt komisch, aber da ich den Kurfürstentitel als Mädchen nicht erben konnte, fand mein Großvater die Verbindung seines Erben mit seiner geliebten Enkelin einfach passend.

Unterricht als Prinzessin

Meinem zukünftigen Rang entsprechend wurde ich ausgebildet. Das heißt, ich musste jeden Morgen ohne Ausnahme um sieben Uhr aufstehen, während meine Schwestern länger schlafen durften. Ich erhielt Privatunterricht in den Fächern Religion, Deutsch, Französisch und Italienisch und sollte mich in höfischen Sitten und Manieren üben. Freundschaften schloss ich keine. Kannst du dir vorstellen, dass jede Person, die mich sprechen wollte, erst eine Erlaubnis meiner Erzieherin einholen musste? Und selbst wenn diese in Ausnahmefällen erteilt wurde, fand die Unterhaltung immer im Beisein eines Dritten statt.

Verlieben verboten!

Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr jungen Leute euch heute verliebt und wieder entliebt wie ihr wollt. Undenkbar in meiner Erziehung! Auf meine Gefühle wurde niemals Rücksicht genommen. Selbst meinen Ehemann hat mein Großvater ausgewählt. Meine Zustimmung habe ich dazu nicht gegeben. Sonst hätte ich wohl einen schneidigen Offizier in Uniform gewählt. Von mir wurde erwartet, dass ich standesgemäß heirate und Kinder bzw. einen männlichen Erben zur Welt bringe.

Doch ich muss sagen, es war äußerst angenehm, als Dame von Stand geboren worden zu sein. Ich genoss alle Privilegien und konnte meinem Rang entsprechend von aller Welt den gebührenden Respekt verlangen. Wen interessiert da schon die Wahl des Ehemanns.

Nun verratet mir doch liebe Leser: innen wie sieht denn euer Tagesablauf aus? Habt ihr auch so einen strikten Tagesplan wie ich? Ich freue mich von euch zu hören, eure kurfürstliche Hoheit Elisabeth Augusta von der Pfalz.

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